23.02. 2005
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Wal-Mart droht
deutschen Gewerkschaftern: Akzeptiert längere Arbeitsstunden und Stellenabbau oder wir schliessen die Geschäfte Nicht nur in Kanada sondern auch in den Vereinigten Staaten übt Wal-Mart grossen Druck aus, um so viel wie möglich für wenig Lohn aus den Arbeitnehmern herauszupressen. In Deutschland berichtet ver.di, Mitgliedsorganisation von UNI Handel, dass die Geschäftsleitung damit droht, die Läden zu schliessen, falls Gewerkschaftsvertreter Personalkürzungen und schlechtere Arbeitsbedingungen nicht akzeptierten. Das führende deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet auf ihrer Internetseite von Erpressungsmethoden durch die Geschäftsleitung von Wal-Mart. Ver.di zitierend spricht das Magazin über die Drohung von Geschäftsschliessungen, falls Arbeitnehmer längere Öffnungszeiten und Personalstreichungen nicht schlucken wollten. Die deutsche Mitgliedsorganisation von UNI Handel sagt, dass selbst der führende Chef von Wal-Mart Kay Hafner in persona Druck auf die Arbeitnehmer ausgeübt und gedroht hätte, die Läden zu schliessen, falls sie sich diesen Massnahmen widersetzen wollten.
- Wal-Mart will jede Stunde der genehmigten Ladenöffnungszeit nutzen ohne gleichzeitig auch mehr Personal zur Verfügung zu stellen, so Ulrich Dalibor, ver.di Sekretär für den Einzelhandel. - Stattdessen werden Stellen gestrichen und die Leute müssen mehr arbeiten. Dies erregt Widerstand. - Wieder und wieder droht die Geschäftsleitung den Gewerkschaftsvertretern damit, Läden zu schliessen, falls sie nicht bereit seien, den Forderungen zuzustimmen, besonders wenn es um Öffnungszeiten geht, erzählt Ulrich Dalibor dem Spiegel. - Es handelt sich um ein methodisches Vorgehen. Die deutschen Enthüllungen werden nur wenige Tage nach der Erklärung von Wal-Mart bekannt, dass das Geschäft in Jonquière/Kanada geschlossen wird. Es handelt sich dabei um das einzige gewerkschaftlich organisierte Geschäft von Wal-Mart in Nordamerika und die Arbeitnehmer hatte gerade mit den Tarifverhandlungen begonnen. Die Entscheidung des Unternehmens wurde weitreichend als schwere Verletzung von Arbeitnehmerrechten verurteilt. In China musste erst die Regierung intervenieren bevor Wal-Mart akzeptierte, dass die Arbeitnehmer dem chinesischen Gewerkschaftsbund angehören. In Deutschland, wo Arbeitnehmer von Wal-Mart in ver.di organisiert sind, geht es dem Unternehmen nicht sehr gut. Das trägt vermutlich zum Ärger der Hauptgeschäftsführung in Bentonville, Arkansas bei. Diese ist es nicht gewohnt, den Belangen der Arbeitnehmer Beachtung zu schenken. |