8. 8. 2006

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Wal-Marts gewerkschaftsfeindliche Bastion bröckelt:
Organisierung der Arbeitnehmer in China ist nicht aufzuhalten

Ein Wal-Mart-Laden nach dem anderen schliesst sich in China der Gewerkschaft an. Innerhalb von wenigen Tagen wurden die ersten drei Organisationen des Allchinesischen Gewerkschaftsbundes (ACFTU) gegründet. Eine Reihe weiterer Organisationen entsteht derzeit. Dieser Prozess begann mit einer Stellungnahme des ACFTU Vorsitzenden Wang Zhaoguo (links), der Wal-Mart als besonders schlimmes Beispiel der Missachtung des Arbeitnehmerrechtes auf Gewerkschaftsbeitritt bezeichnet hatte.

Wang stellte ausserdem fest, dass besondere Gesetze nötig werden könnten, um sicherzustellen, dass ausländische Unternehmen den ACFTU nicht an der Gründung von Gewerkschaftsorganisationen hinderten. Nun sieht es so aus, als hätte Wal-Mart nachgegeben. Es scheint den Arbeitnehmern gelungen zu sein, ihre ACFTU Organisationen selbstständig zu etablieren.

Die dritte Organisation in einer chinesischen Filiale von Wal-Mart wurde in Nanjing gegründet, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Heute berichtete die China Daily, dass die 31 neuen Gewerkschaftsmitglieder den ersten Ausschuss gewählt hätten. Wu Yinzheng, ein 22 Jahre alter Mitarbeiter, wurde demnach als Vorsitzender gewählt.

Nach Angaben der Zeitung versprach Wu nach seiner Wahl, dass der Ausschuss die Rechte und Interessen der Arbeitnehmer, entsprechend geltender Landesgesetze, schützen und versuchen wolle, ein reibungsloses Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufzubauen und zu halten.

Xu Deming, Stellvertretender Vorsitzende des ACFTU, erklärte der China Daily, dass Gewerkschaften, die auf eigenen Wunsch der Arbeitnehmer gegründet werden, die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Arbeitnehmerrechte wahren und dazu beitragen könnte, die Arbeitsbeziehungen "zu ölen".

Arbeitnehmer bei Wal-Mart sind in vielen Ländern organisiert, in denen das Unternehmen besteht, so beispielsweise im Vereinigten Königreich, in Argentinien, Brasilien und Japan. Erst kürzlich hat der Handelsmulti sowohl Deutschland als auch Korea verlassen. Dort war es daran gescheitert, den Wettbewerb mit anderen heimischen und multinationalen Unternehmen erfolgreich zu bestehen. In China liegt Wal-Mart weit hinter dem multinationalen Marktführer Carrefour zurück.