10.03. 2005
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Lidl wird in Schweden
einmal mehr für sein miserables Arbeitgeberverhalten kritisiert
Lidl ist in Schweden zum wiederholten Male mit seinem gewohnten Auftritt als böser Arbeitgeber auffällig geworden. Diesmal sind es Lagerarbeiter in Halmstad und ihre örtliche Gewerkschaftsorganisation die berichten, dass das Unternehmen das geltende Arbeitsrecht missbraucht. Der deutsche Hartdiscounter beendet Beschäftigungsverträge routinemässig kurz bevor das sechsmonatige Probeverhältnis ausläuft und stellt dann einfach neue Leute ein. - Ich finde es es ekelhaft, Menschen nach sechs Monaten einfach auf die Strasse zu setzen ohne zu berücksichtigen, ob sie gut oder schlecht gearbeitet haben, empört sich ein ehemaliger Angestellter gegenüber Hallandsposten, der lokalen Nachrichtenzeitung.Die meisten Arbeitnehmer im Lagerhaus von Halmstad arbeiten 25-Stunden-Wochen. Viele würden gerne mehr arbeiten. Der frühere Angestellte weiss auch, dass das Unternehmen von den Arbeitnehmern erwarte, trotzdem am Arbeitsplatz zu bleiben solange nicht alles getan sei, auch wenn dies Überstunden verlangte. Der nächste Tag kann dann kürzer ausfallen. Da die wöchentliche Gesamtarbeitszeit nur 25 Stunden beträgt, werden zusätzliche Stunden pauschal verrechnet und Überstunden nicht kompensiert. Hallandsposten berichtet weiter, dass 56 der 70 Arbeitnehmer des Lagerhauses von Lidl Mitglieder von Handels sind, der schwedischen Mitgliedsorganisation von UNI Handel. Im Gegensatz zur Situation auf dem deutschen Heimatmarkt hat der deutsche Hartdiscounter hier eine Tarifvereinbarung mit der Gewerkschaft geschlossen. - Unser Sieg gegen Toys"R"Us vor einigen Jahren war wichtig, so Elsie Mann, die örtliche Gewerkschaftsvertretin von Handels. - Danach hat keine fremde Ladenkette es gewagt, einen Kollektivvertrag zu umgehen. Der U.S. Einzelhändler für Spielzeug hatte zunächst tatsächlich versucht, den Kollektivvertragsschutz abzulehnen und wurde letztendlich, nach einer gewaltigen Gewerkschaftskampagne, vollständig aus Skandinavien rausgefegt. Lidl, ein notorisch brutaler und gewerkschaftsfeindlicher Arbeitgeber, wo immer ihm dies möglich ist, hat ganz offensichtlich von der Toys"R"Us Affäre gelernt und sich der Nordischen Tradition der guten Arbeitsbeziehungen angepasst. - Man kann wohl behaupten, dass sie tun, was sie tun müssen, aber mehr nicht, bedauert Elsie Mann gegenüber Hallandsposten.
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