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Gewerkschaften
antworten auf Veränderungen in der globalen Wirtschaft
Nach Verhandlungen, die ziemlich
genau zwei Jahre gedauert haben, ist am 1. Januar 2000 eine neue internationale
Gewerkschaftsorganisation ins Leben gerufen worden.
Die UNI - Union Network International - ist die Fachberufs- und
Dienstleistungs-Internationale für das 21. Jahrhundert, die 15,5
Millionen Mitglieder zählt.
Die UNI ist die Antwort auf die gewaltigen Veränderungen, die sich in der
globalen Wirtschaft vollziehen, und gleichzeitig auch auf die
voranschreitende technologiebedingte Überlappung der einzelnen Branchen.
Mit ihren rund 900 Organisationen ist die UNI heute die grösste
Gruppierung einzelner Gewerkschaften.
Eine neue Internationale für das neue Millennium, eine
Online-Organisation, die sich die neueste Kommunikationstechnologie
zunutze macht, um Netzwerke mit ihren Mitgliedsorganisationen aufzubauen.
Mit vereinten Kräften wird die UNI in der Lage sein, den
Gewerkschaftsmitgliedern gegenüber multinationalen Unternehmen,
Regierungen und internationalen Institutionen eine stärkere Stimme zu
verleihen.
Der Telekommunikationssektor und ein grosser Teil der Unterhaltungs- und
der Medienbranche werden heute von einer kleinen Gruppe globaler
Unternehmen beherrscht. Durch die rasche Expansion von Internet wird die
Annäherung dieser Sektoren weiter beschleunigt.
Der elektronische Geschäftsverkehr bringt eine völlig neue Industrie
hervor, und er wird sich maßgeblich auf den traditionellen Handel
auswirken. Internet Banking ersetzt heute schon traditionelle
Finanzsektor-Jobs.
Immer mehr Unternehmensfunktionen werden heute ausgelagert und an Giganten
für Unternehmens-, Wartungs- und Leiharbeitsdienste vergeben.
Der Umsatz einer wachsenden Zahl von Konzernen übersteigt heute
denjenigen einzelner Nationen. Gleichzeitig führen die Länder selbst
Deregulierungsmaßnahmen durch und überlassen den Marktkräften die
Kontrolle immer grösserer Bereiche ihrer Wirtschaft.
"Die Gewerkschaften müssen diese Entwicklung erkennen und sich
entsprechend anpassen, und dies ist auch das Anliegen der UNI",
erklärt UNI-Generalsekretär Philip Jennings. "Wir wollen die
Gewerkschaftsmitglieder zu globalen Akteuren machen und sicherstellen,
dass ihre Stimme in der neuen globalen Wirtschaft gehört wird."
"Immer häufiger arbeiten unsere Mitglieder für die gleichen
globalen Arbeitgeber, und über die UNI werden wir einen wirksamen Dialog
mit diesen Unternehmen aufbauen. Wenn Probleme auftreten, wollen wir in
der Lage sein, die betroffenen Mitglieder durch eine wirksame globale
Solidarität zu unterstützen."
"Unsere Bildungs- und Entwicklungsarbeit hat zum Ziel, die Stärke
und Effizienz der Gewerkschaften als demokratische Einrichtungen in
Entwicklungsländern zu erhöhen, ihre Organisierungstätigkeiten zu
fördern und sie zu Online-Organisationen zu machen, deren Stimme
Beachtung finden wird."
"Immer häufiger arbeiten
unsere Mitglieder für die gleichen globalen Arbeitgeber"
UNI
- die Fachberufs- und Dienstleistungs-Internationale
Die Lancierung der UNI trägt dem
Umstand Rechnung, dass die Mitglieder Bürger einer neuen globalen
Wirtschaftswelt sind; aus diesem Grund müssen sich die Gewerkschaften auf
deren sich ständig verändernde Bedürfnisse konzentrieren, so
UNI-Generalsekretär Philip Jennings.
"Wir bewegen uns auf eine wissensbasierte Wirtschaft zu, in der der
Erfolg davon abhängen wird, ob es Unternehmen und Arbeitnehmern gelingt,
Wissen gewinnbringend einzusetzen.
"Was unsere Mitglieder zu bieten haben, sind Fertigkeiten, und -
falls die gegenwärtigen Trends fortbestehen - werden sie diese als
Subunternehmer, Freiberufliche, Telearbeiter, Aussendienst-Mitarbeiter und
internationale Reisende zum Tragen bringen.
"Der Verhandlungskatalog muss verändert werden, und zwar im Sinne
einer Förderung derjenigen Fertigkeiten, die die
Arbeitsvermittlungsfähigkeit verbessern, und einer Unterstützung
familienortierter Strategien, die eine zunehmend flexible
Arbeitsorganisation erlauben.
"Wir müssen sicherstellen, dass die gefragten Fertigkeiten auch den
Gruppen zugänglich gemacht werden, die sonst zu kurz kommen - zum
Beispiel den Frauen, die im IT-Sektor noch stark in der Minderheit sind,
und den Arbeitslosen, die ihre Qualifikationen durch den technologischen
Wandel verloren haben.
"Wir müssen uns zudem für den Export moderner Fertigkeiten in
Entwicklungsländer einsetzen, um eine Vertiefung der Kluft zwischen
"Informationsreichen" und "Informationsarmen" zu
verhindern.
Die Regierungen können sich ihrer Verantwortung in diesem Prozess nicht
entziehen und sie können sich auch nicht ausschließlich auf Marktkräfte
verlassen, erklärt Philip Jennings.
"Die Globalisierung bringt Instabilität und Benachteiligung für die
Arbeitnehmer in der ganzen Welt.
"Die jüngste Wirtschaftskrise in Asien hat Millionen von Menschen
ihrer Arbeitsplätze beraubt, und da es in dieser Region keine sozialen
Sicherheitsnetze gibt, gerieten die meisten mit ihren Familien in bittere
Armut."
Schätzungen des jüngsten UN Human Development Report zufolge kämpfen
heute weltweit rund 1,3 Milliarden Menschen, um mit weniger als 1$ pro Tag
zu überleben; zudem wird der grösste Teil der ausländischen
Direktinvestitionen in Regionen getätigt, denen die ärmsten Länder der
Welt nicht angehören.
"Die Globalisierung wird nicht zukunftsfähig sein, solange
Milliarden von Menschen Zaungäste und Opfer, anstatt Nutznießer des
enormen Potentials des technologischen und wirtschaftlichen Wandels sind."
Die UNI wird sich für eine aktive Mitwirkung der Internationalen
Arbeitsorganisation und der internationalen Gewerkschaftsorganisationen an
den Diskussionen über die Reform der globalen Wirtschaft einsetzen.
"Die Verteilung des Reichtums - nicht seine Konzentration in immer
weniger Händen - sollte ein vorrangiges Ziel der internationalen Politik
sein.
"Der Wettlauf nach unten - bei dem die Welt nach den billigsten und
völlig ungeschützten Arbeitskräften abgesucht wird, sollte einem
intelligenten Wettlauf nach oben Platz machen."
"Wir bewegen uns auf eine wissensbasierte Wirtschaft zu, in der der
Erfolg davon abhängen wird, ob es gelingt, Wissen gewinnbringend
einzusetzen."
"Die Globalisierung wird nicht zukunftsfähig sein, solange
Milliarden von Menschen Zaungäste sind."
Die
UNI wird die Sprecherin für über 15 Millionen Gewerkschaftsmitglieder
sein.
Die UNI vertritt 15,5 Millionen
Mitglieder in 900 Gewerkschaften aus über 140 Ländern in allen Teilen
der Welt.
Die Gründungspartner sind:
- die Kommunikations-Internationale;
- die FIET (Privatangestellte,
Dienstleistungssektor)
- die Internationale Graphische
Föderation;
- die Medien- und
Unterhaltungs-Internationale.
Die neue Organisation wird global
sein - ein neuer Hauptsitz wird zur Zeit in Nyon in der Nähe von Genf,
Schweiz, gebaut; im nächsten Oktober wird er bezugsbereit sein.
Die neue Organisation wird regional sein - mit vier starken regionalen
Komponenten:
- UNI-Africa,
- UNI-Americas,
- UNI-Asia & Pacific,
- UNI-Europa.
Die neue Internationale wird
sektoriellen Charakter haben.
12 Sektoren werden die einzelnen Branchen abdecken:
UNI Handel; UNI Elektrizität; UNI Finanzdienste; UNI Graphik; UNI Friseur-&
Kosmetikdienste; UNI IBITS (Angestellte, Fach- und Führungskräfte,
IT-Spezialisten); UNI Medien, Unterhaltung & Kunst; UNI Post; UNI
Wartungs- und Sicherheitsdienste; UNI Sozialversicherung & private
Gesundheitsdienste; UNI Telekom; UNI Tourismus.
Sektorübergreifende Fragen werden in der UNI von drei Schlüsselgruppen
behandelt:
- UNI Frauen;
- UNI Jugend;
- UNI Fach- und Führungskräfte.
Stützungsfunktionen werden in Nyon
von den Abteilungen: Kampagnen, Gewerkschaftsbildung &
Gewerkschaftsentwicklung sowie Nachrichten & Informationen
wahrgenommen.
Website:
Am 7. Januar wird eine neue Website eröffnet: www.union-network.org
- Sie erlaubt Online-Diskussionen und ermöglicht das Herunterladen von
Informations- und Kampagnen-Material. Es werden Verbindungen mit 300
anderen Websites möglich sein.
Die UNI-Gründungspartner :
Kommunikations-Internationale: 4,5 Millionen Mitglieder in 281
Gewerkschaften aus 127 Ländern
FIET: 10 Millionen Mitglieder in 435 Gewerkschaften aus 136 Ländern
Internationale Graphische Föderation: 1 Million Mitglieder in 103
Gewerkschaften aus 76 Ländern
Medien- und Unterhaltungs-Internationale: 200'000 Mitglieder in 130
Gewerkschaften aus 65 Ländern
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